Weihnachten und Silvester

In Letzter Zeit ist so viel passiert. Weihnachten und Silvester mal ganz anders, 3 Wochen reisen, Karneval, ich habe die Arbeit gewechselt, bin umgezogen… Damit das Ganze kein unendlich langer Eintrag wird, den eh keiner ganz liest, dachte ich, ich fange erst einmal an, ein bisschen von Weihnachten und Silvester zu erzählen, auch wenn das schon eine ganze Weile her ist! Weihnachten beginnt hier in Bolivien eigentlich erst am 25. Dezember mit einer Mitternachtsmesse. Doch Max, der Chef von Hostelling International, hat uns einen wunderschönen doch sehr deutschen Heiligabend vorbereitet und dann auch mit uns gefeiert. Also haben wir uns alle weihnachtlich schick gemacht und sind hoch in den großen Salon. Dort war alles wunderschön geschmückt undhergerichtet. Es gab Goulasch, Reis, Kartoffeln, Auflauf und undund… Zum Nachtisch dann Obstsalat, Tiramisu, Plätzchen und Bomba deDurazno. Es war ein wunderschönes, wenn auch sehr deutsches Fest. Mit allen Freiwilligen zusammen zu feiern gab einem schon ein bisschen das Gefühl, man ist ein bisschen zu einer großen Familie zusammengewachsen. Man hat gemeinsam schon sehr viel erlebt!P1090321

Nach dem Essen gab es dann sogar noch Bescherung. Wir haben gewichtelt und daher gab es für jeden ein kleines Geschenk. Um dem ganzen Abend noch wenigstens einen kleinen bolivianischen Touch zu geben sind wir dann um halb elf zum Weihnachtsumzug und der anschließenden Mitternachtsmesse aufgebrochen. Um elf fing der Weihnachtsumzug vor der Kirche an. Die Leute kommen mit ihren Jesuspuppen und folgen der Maria, die am Anfang des Umzugs getragen wird. Dann folgt die Blaskapelle und Kinder, die tanzen und dann die Menschenmenge mit ihren Jesuspuppen. Wir liefen ungefähr um 3 Quadras und kamen schließlich zur Mitternachtsmesse wieder an der Kirche an. Die Messe war allerdings nicht so groß und besonders wie wir uns das zu Weihnachten vorgestellt hatten. Die Kirche war mit lauter blinkenden und grellen Lichtern geschmückt(so ganz unkirchlich) und es wurden Mengen an Weihrauch verteilt. Nach der Kirche liefen alle Leute nach vorne um ihre Jesuspuppen segnen zu lassen, wobei wir jetzt erst verstanden, warum alle ihre Püppchen mitgebracht hatten.

Mit dem Taxi fuhren wir dann wieder nach Hause und saßen dann noch ein bisschen im Garten, haben Glühwein getrunken, Musik gehört und geredet bis um 4 schließlich alle ins Bett gegangen sind. Alles in allem hatten wir hier wunderschöne Weihnachten auch wenn das zu Hause und die Familie uns allen ein bisschen gefehlt haben.

Am 25. Dezember, dem richtigen Weihnachtstag hier in Bolivien bin ich dann zu meinen Mädels in den Hogar um mit ihnen auch noch Weihnachten zu feiern. Dort gab es erst mal Picana, das typische Weihnachtsessen hier. Das ist eine Art Suppe mit Mais, Hühnchen Kartoffeln und Gemüse. Dann sind wir mit ihnen in den Park gegangen und haben gespielt, Eis gegessen und hatten einen schönen Weihnachtsnachmittag.OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Die Tage zwischen Weihnachten und Silvester habe ich dann ganz normal im Hogar gearbeitet.

Am Silvestermorgen sind wir alle dann noch spontan rote Unterwäsche kaufen gegangen. Auf dem Markt gab es unglaublich viele Stände bei denen man entweder rote (Liebe & Glück) oder gelbe (Geld) kaufen konnte. Wir haben uns für rot entschieden. Es ist hier Tradition an Silvester rote oder gelbe Unterwäsche zu tragen, um sich für das nächste Jahr Glück, Liebe oder Geld wünschen zu können!

Außerdem haben wir auch noch Trauben gekauft. An Mitternacht 12 Trauben zu essen und sich bei jeder Traube für jeweils einen Monat was zu wünschen ist hier auch Tradition. Eine schöne Tradition finde ich. Abends sind wir dann zu einer Party eines Bekannten hier gegangen, der eine Hausparty geschmissen hat. Um 12 Uhr dann sind wir auf die Plaza. Dort war die Hölle los und überall wurden kreuz und quer Böller geschmissen, denen man ausweichen musste. Dann gab es den Countdown und wir haben mit Trauben und Umarmungen das neue Jahr begrüßt. Schließlich sind wir wieder zur Party zurückgegangen.

Das war mein Silvester 2013. Ich hoffe ihr alle hattet auch ein schönes Silvester und seit schon gut ins neue Jahr gestartet. Ich wünsche euch alles, alles Gute für dieses Jahr und freue mich euch schon in 5 Monaten wiederzusehen. Bei mir ist ja jetzt auch schon Halbzeit. Machtsgut und meldet euch!!

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Neues!

Nach langer Zeit kommt mal wieder ein neues Update. Es ist viel passiert in den letzten Wochen, daher bin ich nicht zum schreiben gekommen. Jetzt sind allerdings Ferien im Kindergarten und ich habe endlich mal wieder ein bisschen Zeit.  Die Ferien gehen bis März und ich werde ab Mitte Januar anfangen, im Krankenhaus zu arbeiten. Im März werde ich mir dann überlegen, ob ich nochmal in den Kindergarten zurückgehe oder nicht. Mittlerweile sind mir die Kinder und die Erzieherinnen schon so ans Herz gewachsen, dass ich nicht so ganz weiß, was ich machen soll. Ich werde einfach  mal schauen, wie es mir im Krankenhaus gefällt und dann weitersehen. Vor wenigen Wochen war ich mit den Kindern, den Eltern und den Erzieherinnen im Freibad. Bei diesem Ausflug habe ich endlich einmal meine Kolleginnen ein bisschen besser kennen gelernt. Wir haben mit den Kindern im Wasser geplanscht und ein Volleyball und Fußballtunier gemacht. Mittlerweile fühle ich mich in dem Kindergarten auch ganz wohl und auch der Abschied von den Kindern, die im nächsten Jahr in die Schule kommen, viel ein bisschen schwer. Letzten Freitag war eine große Abschiedsfeier, in der die ältesten aus dem Kindergarten entlassen wurden. Das ist hier eine große Aktion, denn schon die im Kindergarten müssen die Kinder einen Test bestehen, um überhaupt in die Schule gehen zu dürfen. Alles wurde festlich geschmückt, die Eltern kamen und die Kinder haben getanzt. Später wurden wir noch zu einer meiner Kolleginnen zum Abschiedsessen eingeladen. Es war ein wunderschöner Jahresabschluss, doch freue ich mich auch riesig, endlich mal ein bisschen freie Zeit zu haben. Im Waisenhaus ist derzeit allerdings die Arbeit um einiges anstrengender geworden. Da die Kinder nun bis Ende Januar Ferien haben, sind immer alle Kinder da und es müssen keine Hausaufgaben gemacht werden. Also haben wir für die Kinder einen Adventskalender gemacht, in dem wir uns für jeden Tag eine kleine Aktion überlegt haben. Wir haben schon Plätzchen gebacken, Weihnachtsdeko gebastelt, angefangen ein Krippenspiel zu üben, um das dann an Weihnachten vorzuspielen, deutsche Musik mitgebracht etc.

Gerade machen wir viel für einen Markt, an dem alle Waisenhäuser in Sucre teilnehmen. Wir basteln und basten. Das ist ja ganz schön, ich bin mir aber sicher, dass ich nach diesem Jahr für mein Leben lang genug gebastelt, geschnitten und geklebt habe. Ansonsten macht die Arbeit mit den Mädchen immer noch rieseigen Spaß und es ist schön zu sehen, wie sehr sie sich über unsere täglichen Adventsüberraschungen freuen.

Außerhalb der Arbeit ist natürlich auch einiges passiert. Zum einen wurden wir von einer Deutschlehrerin der Universität gefragt, ob wir einmal zu ihr in den Deutschunterricht kommen wollen und ein Interview geben. Die Studenten sind allerdings ziemlich schüchtern gewesen und haben sich nur teilweise getraut, Deutsch zu sprechen. Viele von ihnen sind auch schon Mütter und bringen ihre kleinen Kinder mit in den Unterricht. Alle haben sich aber sehr über meine Anwesenheit gefreut und ich und Lea wurden auch gleich zu dem Geburtstag der Lehrerin eingeladen.

Auch an den Wochenenden habe ich schon einige Ausflüge gemacht. Vor 4 Wochen waren wir auf einer 2-täigen Trekkingtour durch die Berge. Das war ein wunderschöner Ausflug. Die Landschaft ist unglaublich abwechslungsreich und faszinierend. Es ist auch beeindruckend, dass man nur ein halbe Stunde aus Sucre rausfahren muss und mitten in der Natur steht.

Wir sind dann den Inkapfad entlang zunächst nach Marawa gelaufen. Immer mal wieder sind wir an Hütten vorbeigelaufen in denen die Menschen weit weg von jeglichem Dorf- oder Stadtleben wohnen. Wir sind durch grüne Wiesen gelaufen, an einem roten, grünen und schwarzen Steinmeer vorbei gekommen und haben  am Flussufer Mittag gegessen. Nach 7 Stunden wandern kamen wir schließlich an einem kleinen Dorf an, in dem wir in einer Hütter auf einfachen Strohbetten geschlafen haben. Dort haben wir noch 2 Neuseeländer getroffen, mit denen wir am nächsten Tag weitergewandert sind. Wir sind am nächsten Tag noch an Dinosaurierspuren vorbeigekommen und hatten am Ende der Tour einen atemberaubenden Ausblick über die Berge. Am Ende der Wanderung waren wir völlig erschöpft, immerhin waren wir das Wandern davor überhaupt nicht gewöhnt und dann waren da noch die immerhin 3500 Höhenmeter, die man ganz schön merkt.

2 Wochen später bin ich mit einer Freundin dann nach Cochabamba gefahren. Das ist eine große Stadt circa 10 Stunden weg von Sucre. Und gleich zu Beginn der kleinen Reise fing das Abenteuer auch schon an. Wir haben nach circa 2 Stunden Fahrt eine Pause gemacht um was zu essen. Als wir dann weiterfahren wollten ist den Fahrern aufgefallen, das Kühlwasser ausläuft (was erklärte, warum es im Bus so warm war). Da wir mitten in der Pampa waren hatten wir auch keinen Handyempfang und so mussten sich die Fahrer dran machen, den Bus selbst zu reparieren. Geschlagene 3 Stunden haben wir also am Straßenrand geschlafen, bis es endlich weiterging. Das Kühlwasser lief nicht mehr aus, allerdings hatten wir nun ein neues Problem: Kein Licht! Nicht so gut, wenn man bedenkt, dass es neben der Straße die Schlucht runter ging und wir die Nacht durch fuhren. Wir sind aber schließlich doch losgefahren. Schließlich kamen wir dann doch mit 4 Stunden Verspätung endlich in Cochabamba an. Eins wissen wir jetzt. Nie wieder werden wir mit diesem Busunternehmen fahren. In Cochabamba haben wir uns erst einmal ein Hostel gesucht und dann die Stadt erkundet. Uns ist sehr schnell aufgefallen, dass Cochabamba so ganz anders ist als Sucre. In Sucre ist der Verkehr (zumindest für bolivianische Verhältnisse) sehr ruhig und es ist auch sehr sicher. Man muss hier also eine große Angst davor haben in der Dämmerung allein nach Hause zu laufen. In Sucre gibt es außerdem viele kleine Läden. Ganz anders sieht das Ganze in Cochabamba aus. Überall hängen Werbeplakate und an jeder Ecke findet man irgendeine Fast Food Kette. So was gibt es in Sucre überhaupt nicht. Dieser amerikanische Einschlag hat uns ein bisschen gewundert, weil es eine ganze andere Seite von Bolivien zeigt.

Die Weihnachtszeit hat nun auch endlich bei uns eingeschlagen. Es wurde eine Krippe auf der Plaza in Sucre aufgestellt und auch wir haben unsere Zimmer ein dekoriert um wenigstens ein bisschen in Weihnachtstimmung zu kommen. Das ist hier recht schwierig, weil bei uns nun richtig der Sommer ausgebrochen ist. Und so ganz ohne Schnee und Kälte ist Weihnachten eben nicht richtig so schön!

Diese Woche haben wir Zwischenseminar, in dem wir über unsere bisherige Erfahrungen in der Arbeit und im Einsatzort, sowie die gesamte politische Situation in Bolivien reden. ich bin mal gespannt was wir noch so erfahren. Es ist auch sehr spannend zu erfahren, wie es den anderen Freiwilligen die letzten Monate so ergangen ist.

Im Januar beginnt dann die große Reisezeit bei uns, da alle Ferien haben. Wir werden zum Salar de Uyuni, nach Potosi, La Paz, Copacabana und den Titicacasee gehen, die Deathroad runterfahren und den Huayna Potosi, einen 6080 Meter hohen Berg, besteigen. Darauf freue ich mich schon riesig!

So, das wars erst mal wieder.  Ich wünsche euch allen wunderschöne Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Todos Santos y las 7 cascadas

So die letzten Wochen waren sehr ereignisreich und es gibt einiges neues zu berichten:) Zunächst war ich mal wieder 3 Tage lang mit Fieber im Bett. Ich weis nicht warum, aber irgendwie bin ich hier ständig krank. Vielleicht ist das die Umstellung oder die ungewohnte Anstrengung 8 Stunden zu arbeiten und spanisch zu sprechen. Jetzt geht es mir aber wieder besser und ich kann von den ganzen interessanteren Dingen berichten, die so passiert sind. Am Donnerstag war Dia de la muerte. Das wird hier allerdings ganz anders gefeiert als in Deutschland. Wir sind nachmittags auf den Friedhof gegangen. Zunächst sind wir auf einen Friedhof auserhalb von Sucre gegangen. Das Erste, was wir dort gesehen haben als wir angekommen sind war eine Hüpfburg und ein Karusell. Wir standen erstmal da und waren völlig perplex, weil das ganze eher wie ein Rummel aussah. Vor dem Friedhof wurde haufenweise Essen, Blumen und anderen Schmuck für die Gräber verkauft. Es war auch eine riesige Menschenmasse da, mit der wir uns angsam in Richtung Friedhof bewegten. Als wir uns endlich zum Friedhof durchgeschlagen hatten waren wir wieder erstaunt. Die Gräber sind alle mit vielen Gebäcken, Früchten, Blumen, Kränzen und Girlanden übersäht. Es sah wunderschön bunt aus. Um die Gräber herum standen Verwandte und Freunde der Verstrbenen, aßen und tranken chicha. Immer wieder bekam man von jemnadem ein Glas angeboten oder wurde von Betrunkenen angesprochen. Wir waren auch alle erstaunt von der Atmosphäre, die auf dem Friedhof herschte. Sie war nicht bedrückt oder traurig, sondern fröhlich und sehr festlich. Die Katoliken hier glauben daran, das die Seele der verstorbenen am 1. November auf die Erde zurückkommt und den Tag mit Verwandten und Freunden feiern.

Danach sind wir weitergefahren zu dem Großen Friedhof innerhalb der Stadt. Der Friedhof ist um einiges größer und schöner als der vorig, aber die Atmosphäre hier war mehr, wie man sie von Deutschland her gewohnt war. Die Verwandten haben die Gräber geputzt und Kerzen und anderen Schmuck aufgestellt. Aber auch hier waren wieder unglaublich viele Menschen auf dem Friedhof und haben gefeiert.

Am Freitag war dann Todos Santos. An diesem Tag werden die Häuser der, im letzten Jahr verstorbenen, geschmückt und Verwandte kochen essen und feiern noch einmal zu Hause den Tag mit den Verstorbenen. Das Lustige ist, das jeder der möchte in das Haus kommen kann und dort essen bekommt. Wir waren also auch in einem der Häuser und haben dort essen und Gebäck bekommen. Chicha und Schnaps durfte natürlich mal wieder auch nicht fehlen.

Am Samstag sind wir dann zu dritt zu den 7 Wasserfällen gefahren. Das erste Problem war zunächst die Hinnfahrt. Wir haben ewig auf ein Micro gewartet und sind schließlich, da doch keins gefahren ist, hinten auf einem kleinen Lastwaren mit 40 anderen Leuten nach Alegria mitgefahren, von wo aus man zu den Wasserfällen losläuft. Alegria ist ein kleines Dorf ein bisschen außerhalb von Sucre. Von dort aus sind wir erstmal die Staße entlang losgelaufen. Immer mal wieder sind Autos an uns vorbei gefahren, bis eins schlißlich angehalten und uns bis zu dem Pfad, der uns zu den Wasserfällen führen sollte, mitgenommen hat. Dort angekommen sind wir dann noch so eine viertel Stunde gelaufen, bis wir schließlich an den Wasserfällen angekommen sind. Die waren jedoch weniger beeindrucken, als wir uns das erhofft hatten. Da die Regenzeit noch nicht richtig angefangen hat gab es nur seh wenig Wasser und das war eigentlich nur eine braune Brühe. Ansonsten war es aber wunderschön. Die Landschaft ist unglaublich schön hier und man ist einfach in der puren Natur. Zurück sind wir dann auch durch das Flussbett gelaufen. Da es ja so wenig Wasser hatte war das auch sehr gut möglich und wunderschön. Man läuft einfach vor sich hin, begegntet fast keinem und kann die Natur um einen herum so richtig geniesen. Es ist schon ein wenig komisch,sobald man nur eine halbe Stunde aus der Stadt draußen ist trifft man nur noch auf eine wunderschöne bergige Landeschaften, einige Lehmhäuser die versträut auf den Hügeln stehen und Kühen, Schafen und Eseln, die immer mal wieder den Weg versperren.

So, jetzt habe ich aber erstmal genug erzählt und es geht ab ins Bett.

Viele Liebe Grüße

 

Hola!!

Nach einigen kalten und regnerischen Tagen ist hier endgültig der Sommer eingetroffen.  Jetzt beginnt auch langsam die Regenzeit, was heißt, das immer mal wieder plötzlich der Himmel zuzieht und es anfängt zu regnen. Der Regenschauer dauert meistens aber nur 10 Minuten und danach ist wieder strahlend blauer Himmel.

Aber wo fange ich jetzt an zu erzählen… es passiert immer so viel neues, aber langsam hat man sich so sehr eingelebt, dass man das garnicht mehr so sehr wahrnimmt und mir fällt es oft schwer, darüber zu berichten und zu erzählen. Aber das wohl außergewöhnlichste in den letzten Tagen waren die Alpacas, die auf einmal in unserem Garten standen. Ich kam von der Arbeit zurück und habe mich total erschrocken, als plötzlich eins davon neben unserer Zimmertür stand. Später hat sich dann herausgestellt, dass ein Mann sie dort abgestellt hat, der sonst immer mit ihnen herumzieht und damit sein Geld verdient, dass Touristen zahlen um mit den Alpacas Fotos zu machen. Also wurden sofort alle Kamaras rausgeholt und ein Foto nach dem anderen gemacht, eine solche Gelegenheit durften wir uns ja nicht entgehen lassen. Das Fell der Alpacas ist wunderschön weich und es werden wiele Pullis und Mützen etc damit gemacht.

Aus dem Kindergarten gibt es auch einiges neues zu berichten. Zum einen gab es gestern ein riesiges Geburtstagsfast für ein Kind, das 3 wurde. Es gab einen Clown, ein Puppenspiel, tausende Geschenke, eine mehrstöckige Torte, die fast größer war als das Mädchen, Popcorn, Sandwiches und und und… das kleine Mädchen hat davon nur eider fast nichts mitbekommen, weil es meistens damit besschäftigt war die Sahne von der Torte zu lecken, den älteren Kindern hat es dafür umso besser gefallen. Auch wenn das ganze für einen 3. Geburtstag ein bisschen übertrieben war, war es doch ein Erlebnis:) Ansonsten ist es im Kindergarten alles noch beim alten. Es gibt nicht besonders viel zu tun, weil es einfach genug Personal gibt. Ich spiele und puzzle viel mit den Kindern, was aber irgendwie keine erfüllende Arbeit ist. Deshalb habe ich auch schon mit dem Koordinator hier gesprochen. Er hat mir dann erzählt das der Kindergarten Ende November sowieso bis anfang März Sommerferien hat und ich dann in ein anderes Projekt komme. Schön das man das auch mal erfährt! Naja auf jedenfall werde ich dann ab Anfang Dezember in ein Krankenhaus gehen und dort vormittags arbeiten. Darauf freue ich mich schon sehr, weil es mal eine ganz andere Erfahrung ist und die Freiwilligen , die schon in einem Krankenhaus arbeiten total begeistert sind. Ich hoffe auf jedenfall das funktioniert alles jetzt so wie es geplant ist, was aber eher seleten vorkommt. Also werde ich mich einfach mal überraschen lassen, wie das ganze so weiterläuft.

Mein Erfolgserlebnis heute war ein kleiner Einkauf auf dem Markt. Ich bin mit einer Freundin zusammen Obst, Gemüse etc einkaufen gegangen und wir haben es endlich mal geschafft, das Zeug fast auf den „normalen“ Preis runterzuhandeln. Langsam wissen wir so ungefähr, was die normalen Preise sind und können deshalb auch besser handeln. Gringos werden nämlich gerne abgezockt. Am Anfang haben wir auch den überteuerten Preis gezahlt, weil wir nicht wussten was so die regulären Preise sind. Mittlerweise klappt as ganze aber immer besser.

Und noch zur Sprache. Spanisch ist irgenwie schwerer als ich gedacht habe. Langsam verstehe ich das meiste, aber dadurch, dass ich nie die Grammatik richtig gelernt habe und der Spanischkurs bei uns Anfängern auch völlig umsonst war, weil wir zu zwölft drin saßen und nur deutsch geredet haben, erschwert das die Sache. Ich habe jetzt angefangen den 5. Harry Potter auf Spanisch zu lesen. Es ist ein Kampf, aber es macht Spaß, wenn man merkt, dass man immer mehr versteht. Das erste Kapitel habe ich jetzt geschafft und gefeiert!!

Und zum feiern. Sucre ist ja eine Universitätsstadt und daher auch eine gute Stadt um abends wegzugehen. es gibt viele Bars, Clubs und Karaoke und die Bolivianer feiern und trinken auch sehr gerne:) Außerdem gibt es hier fast jede Woche irgendeinen Feiertag. Letzte Woche zum Beispiel war dia de Mujer, also Tag der Frau. Frauen müssen an diesem Tag nicht arbeiten gehen. Ein sehr schöner Tag wie ich finde, auch wenn ich das mit dem nicht zur Arbeit gehen erst auf der Arbeit mitbekommen habe:) über nächste Woche, also am 2. November ist hier der nächste Feiertag, Allerheiligen. Das wird hier viel größer gefeiert als in Deutschland. Mir wurde gesagt es gibt hier ein riesen Fest auf dem Friedhof, und es wir dort getanzt, getrunken und gegessen. Da bin ich  mal gespannt.

So, das wars von mir. Ich geh jetzt mit den anderen Salat machen, weil wir langsam genug haben von den ständigen Kohlenhydraten. Außerdem spannen die Hosen schon.

Wie immer freue ich mich über jedes Lebenszeichen von euch. Machts gut!!!

Der Sommer beginnt

So liebe Leute jetzt habe ich endlich wieder Zeit zu schreiben, da ich seit gestern krank bin und nicht zur Arbeit gehe. Nachdem bei euch ja, wie ich höre, der Herbst ausgebrochen ist, fängt hier der Sommer, und damit leider auch die Regenzeit an. Die letzte Woche gab es den ersten Regen, auch wenn es meistens nur ein paar Minuten regntet und der Himmel danach schon wieder blau ist und wenn die Sonne scheint, ist es hier richtig schön warm.

Unter der Woche bin ich eigentlich die ganze Zeit am arbeiten. Morgens arbteite ich im Kindergarten, komme so gegen eins nach Hause um mittag zu essen und danach gehts weiter ins Weisenhaus. Die Arbeit im Kindergarten hat mir die ersten 2 Wochen überhauptnicht gefallen. Es wird einem dort keine Einführung gegeben und man wird nicht gleich in die Arbeit eingebunden, sondern man muss sich erst selbst ein Bild davon machen, was man so arbeiten kann und wo Hilfe gebraucht wird, denn die Erzieherinnen dort fragen auch nicht, ob man ihnen helfen kann. Das muss man schon selbst rausfinden. Mittlerweile klappt es alledings ganz gut, langsam verstehe ich den Tagesablauf und weis wo ich helfen kann. Morgens wird erstmal Frühstück ausgeteilt (süßer Tee und Brot) danach spielt man mit den Kindern und es wird gefegt und geputzt, dann gibt es Obst und dann beginnen die Kurse, in denen die Kinder basteln spielen und Zahlen lernen. Um 12 gibt es dann Mittagessen und dann ist es für mich auch schon wieder Zeit zu gehen. Gerade haben wir angefangen Karten mit Tieren und Zahlen für die Kinder zu basteln. Auch mir dem Spanisch wird es langsam aber sicher besser. Ich verstehe immer mehr, auch wenn es sehr darauf ankommt, mit wem man spricht. Manche Leute versteht man prima, vorallem wenn sie sich Mühe geben, andere, vor allem die kleinen Kinder, verstehe ich noch überhauptnicht. Und das mit dem Sprechen ist auch so eine Sache, das klappt noch nicht so gut. Aber das kommt schon noch. Im Weisenhaus läuft es auch von Tag zu Tag besser. Die Mädchen müssen sich erst noch ein bisschen dran gewöhnen das einen neue Freiwillige da ist. Außerdem bin ich nicht allein als Freiwillige in dem Kinderheim. Morgens ist noch eine andere da, die ich allerdings noch nicht kennen gelernt habe, da ich ja nnur nachmittags da bin, und den ganzen Tag über ist auch noch eine da. Das hat den Vorteil, das wir und gemeinsam Projekte etc überlegen können. Gestern wollten wir zum Beispiel anfangen einen Geburtstagskalender mit Fotos zu machen und am Samstag wollen wir Volleyball spielen gehen. Das wird nur leider diese Woche nichts mehr, da es mir immer noch nicht richtig gut geht, aber nächste Woche geht es dann los.

Ansonsten kann man unter der Woche nicht mehr viel tun außer Arbeiten essen und Schlafen. Abends gehen wir manchmal noch in einen Aerobic-kurs, den wir entdeckt haben oder Volleyball spielen. Im Kindergarten habe ich auch eine Studentin kennen gelernt, die hier Sprachen studiert und noch besser deutsch lernen möchte. Einmal die Woche treffen ich und Lea, eine andere Freiwillige, uns mit ihr und lernen eine halbe stunde spanisch und eine halbe Stunde deutsch. Vor 2 Wochen war ich auch in der kirche neben dem Kindergarten auf ein Fest eingeladen. Das Motto war Cowboy. Es gab Karaoke, ein Rodeo und essen. Es war sehr schön mal mitzubekommen, wie man hier so feiert:)

Ansonsten ist hier so der Alltag eingebrochen, die Tage vergehen wie im Flug und das Essen ist der absolute Hammer hier. Ich hoffe euch geht es gut, und wenn euch mal kalt ist, dann denkt einfach an mich, wie ich braungebrannt in der Sonne liege. Vielleicht wir euch dann ein bisschen wärmer.

Wie immer freue ich mich über E-mails von euch, damit ich ein bisschen was von daheim mitbekomme.

hasta luego

Mein neues Zuhause

Seit meinem letzten Eintrag ist eigentlich gar nicht so viel passiert. Seit einer Woche habe ich jetzt Sprachkurs. Langsam kommt man ein bisschen in die Sprache rein, aber ich bin noch sehr weit davon entfernt ein Gespräch zu führen. Bisher kann ich mich vorstellen und wenns hochkommt etwas bestellen. Aber morgen werde ich dann zum ersten mal zu dem Kindergarten gehen, in dem ich das nächste Jahr über arbeiten werde und ich hoffe, dann wird mein Spanisch schnell besser. Vor einigen Tagen habe ich auch erfahren, dass ich nur vormittags in dem Kindergarten arbeiten und nachmittags in ein Mädchenweisenhaus gehen werde und dort mithelfe. Dort werde ich aber erst nach dem Sprachkurs anfangen. Ich bin auch schon sehr gespannt auf die neue, unerwartete Aufgabe. Generell muss man sich hier auf viele spontane unerwartete Dinge einstellen. Das ist hier ganz normal. Noch ist das ein bisschen ungewohnt und man muss sich drauf einstellen, das man hier seinen Tag nicht richtig planen kann, aber ich denke da gewöhnt man sich schnell dran.

Langsam kann ich mich auch in meiner neuen Heimatstadt orientieren. Nachdem wir einmal in den falschen Bus eingestiegen und eine halbe stunde in die falsche Richtung gefahren sind, habe ich das System jetzt so langsam begriffen. Man stellt sich einfach an die Straße, hält den Bus an wenn er vorbeikommt und steigt ein. Wenn man wieder aussteigen möchte ruft man laut und steigt aus. Ganz einfach eigentlich, wenn man nicht gerade den Bus in die falsche Richtung nimmt. Ansonsten kann man hier auch sehr gut das Taxi nehmen. Jedes zweite Auto hier ist ein Taxi und man kann sich zur noch auch zu zwölft in ein 5-sitzer Taxi quetschen (im Kofferraum ist das Taxifahren am schönsten).

Ansonsten hat sich so langsam ein Alltag gebildet, morgens aufstehen, Sprachkurs, Frühstück, Hausaufgaben, Mittagessen, Vokabeln lernen, Abendessen, schlafen. Viel mehr passiert hier im Moment noch nicht. Ist aber auch ganz gut, denn jeden Tag ist irgendjemand krank und hat Magenprobleme, weil er das Essen nicht verträgt. Mich hat es vorgestern erwischt und ich lag einen Tag flach. So schnell wie es gekommen ist geht es aber oft auch wieder vorbei. Man muss eben nur ein bisschen aufpassen was man isst. Wir haben uns wahrscheinlich schon ein bisschen zu früh an die Fruchtshakes au den Straßenständen gewagt. Aber der Tag im Bett war es fast wert. Die Fruchtshakes sind der absolute Hammer.

Am Samstag findet auch ein großes Fest in Sucre statt, für das schon die ganze Woche munter geprobt wird. Wir haben uns auch schon einen Quadratmeter an der Straße gekauft, um den Umzug zu sehen, da man ansonsten keinen Platz bekommt! Ich bin schon sehr gespannt wie das wird, und werde euch natürlich berichten!